Regeln für unsere Versammlungen und Diskussionen

1. Jede Versammlung und jede Sitzung hat eine Versammlungsleiter*in.

     Als Versammlungsleiter*in hat man bestimmte Aufgaben und Rechte in der Versammlung.

2.  Als Versammlungsleiter*in ist man für eine bestimmte Zeit für die Versammlung zuständig.

3.  Die Versammlungsleiter*in führt die Versammlung nach der Tagesordnung.

     Die Tagesordnung wird durch die Versammlung nach dem Vorschlag beschlossen.

4.  Die Versammlungsleiter*in beginnt jeden Tages-Ordnungs-Punkt. Und sie/er beendet ihn wieder.

5.  Die Versammlungsleiter*in leitet die Gespräche.

     Sie/Er achtet darauf, dass jeder Redner beim Thema bleibt.

     Wenn nicht, kann er seine Rede-Zeit beenden.
     Die Versammlungsleiter*in kann jederzeit sprechen, wenn es um die  Versammlung geht.

6.  Die Versammlungsleiter*in kann auch die Abstimmungen leiten.

     Die Versammlungsleiter*in nennt die Anzahl der Mitglieder-Stimmen bei der Versammlung.

7.  Sind Anträge gestellt worden, gibt die Versammlungsleiter*in jedem Antrag-Steller Zeit, zu sprechen.

     Dann, wenn sein Antrag Tages-Ordnungs-Punkt ist.
     Dann kann er seinen Antrag erklären.

8.  Die Versammlungsleiter*in gibt den Beiratsmitgliedern das Wort in bestimmter Reihenfolge.

     So, wie sie sich gemeldet haben.

9.  Geht es um Anträge zur Geschäfts-Ordnung:

     Die müssen sofort besprochen werden.

10. Wenn es um eine Sache geht, der die Versammlungsleiter*in selbst betrifft, darf er/sie die Versammlung nicht mehr leiten.


Beachte auch:

Stellst du eine Frage, dann stelle sie so klar und genau wie möglich.

Behalte immer die Ausgangsfrage im Auge und verliere Dich nicht in Nebenfragen.

Verzichte auf die Erörterung von Punkten, die nicht zur Sache gehören, auch wenn sie interessant sein mögen.

Frage Dich bei jedem Beitrag selbstkritisch, ob Deine Argumente so sind, dass alle Anderen sie auch verstehen können.

Vermeide eine wertende und informationsarme Bildersprache. Die abfällige Beschreibung einer Position ist noch keine begründete Kritik.

Erkläre – falls gefordert – Begriffe, die Du gesagt hast.

Behaupte nichts, ohne es – falls gefordert – begründen zu können.

Verlange vom Andern nur dann eine Begründung für eine Behauptung, wenn Du an dieser Behauptung wirklich Zweifel hast.

Berufe Dich nicht auf Beweise, die Du nicht selber wiedergeben kannst.

Berufe Dich nicht auf Personen, wenn Du deren Position nicht selber wiedergeben kannst.

Vermeide lange Beiträge zu verschiedenen Punkten, weil dann letztlich kein Punkt gründlich erörtert werden kann.

Wenn Dein Beitrag mehrere Punkte enthält, bemühe Dich besonders um eine übersichtliche Gliederung.

Wiederhole ein Argument nur dann, wenn jemand das Argument nicht verstanden oder übersehen hat.

Bevor Du irgendjemanden kritisierst, vergewissere Dich, ob Du ihn auch richtig verstanden hast.

Falls Du nicht sicher bist, ob Du jemanden richtig verstanden hast, beginne Deine Kritik mit einer Zusammenfassung aus Deiner Sicht. (z.B.: “Wenn ich Dich richtig verstanden habe, so behauptest Du, dass …”)

Kritisiere Positionen und nicht Personen.

Prüfe Argumente unabhängig davon, wer sie eingebracht hat und mit welcher Absicht er dies getan haben mag.

Bedenke immer: Es geht um die besseren Argumente und nicht um den besseren Menschen.

Versuche nicht, Deine Meinung um jeden Preis durchzusetzen.

Zeige Deine Bereitschaft, richtige Gegenargumente als solche anzuerkennen und eigene Irrtümer zu korrigieren.

Belaste die Diskussion nicht mit Beiträgen zu eher privaten Punkten, die nur einige Teilnehmer angehen.

Behandle die Anderen so, wie Du von ihnen behandelt werden möchtest.

Leiste Deinen Beitrag zu gegenseitiger Freundlichkeit und Höflichkeit auch und gerade dann, wenn es sich um ein Streitgespräch handelt.

Höflichkeit ist kein Hindernis für scharfe Gegenargumente!

Beende eine Diskussion, wenn keine neuen Argumente mehr eingebracht werden. Halte das Ergebnis fest – auch wenn es mager ist.

Bitte den/die Protokollführer*in, dieses Ergebnis in das Protokoll der Versammlung zu schreiben. Lass es von dem/der Protokollführer*in der gesamten Versammlung laut vorlesen.

Eine gemeinsame Entscheidung oder ein Kompromiss entsteht erst dann, wenn es keine Gegenstimmen, oder eine Mehrheitsentscheidung gibt.

Diese Diskussions- & Versammlungsregeln sind eine gemeinschtliche Entscheidung der Mitglieder*innen des Beirats für Menschen mit Behinderung auf der Gesamtbeiratsversammlung April 2019.

Weitere Regeln im gegenseitigen Umgang  <<Netiquette>>