Von der Inklusion verabschieden wir uns überall da, wo es kompliziert wird

Gedanken zum  47.Ausschuss für Bildung und Sport

Als sachkundige Einwohnerin nimmt man an den Ausschusssitzungen als Berater teil und hat immer auch Gelegenheit, den Stadtverordneten in die Argumentationsketten zu schauen.

Das ist meistens ernüchternd, aber klarer Auftrag zugleich und in diesem Sinne berichte ich nun aus dem 47. Ausschuss für Bildung und Sport:

Ruderclub Vineta  (TOP 3.4)

Für das Bootshaus wird ein Grundstück, um Breitensport anzuieten,
Die Grünfläche an der Insel Neu Fahrland (Nähe der B2) wurde vom Ruderclub für günstig befunden, weil es als Erholungsgebiet ungeeignet erscheint.

Grund hierfür ist die Nähe zur viel befahrenen B2.
Allerdings ist der Ortsbeirat ist dagegen, da der Bürgerpark erhalten bleiben soll.
Der Denkmalschutz ist dagegen, weil das Seeufer dann eine erhebliche
Bebauung erfahren würde.

Die in Frage kommende Fläche gehört nicht der LHP.

> Der Antrag wird im Ausschuss zurückgestellt.

Wie viel Bibliotheken braucht Potsdam?  (TOP 3.5)

Verwaltung prüft bis Sept. den Bedarf vor allem im Hinblick auf den Raum Potsdam Nord.  -> Angenommen

Mehr wissen zur 1. Hilfe (TOP 3.6)

schon in der Schule sollte 1. Hilfe im Unterricht vorkommen, häufigere
Wiederholungsmöglichkeiten sollten angeboten werden, evtl. über andere Formate nachdenken, um die Inhalte zu lernen.

Prüfantrag was kann getan werden, was gibt es schon.  

> Der Antrag wurde angenommen.

Neubau Schulstandort Waldstadt Süd mit einer Förderschule für Kinder mit Lernbehinderung (TOP 3.7)

ist in der vorgelegten Form abgelehnt weil, Belange des Landschaftsschutzes nicht beachtet wurden. Es gibt neue Entwürfe, die im Einklang mit dem Landschaftsschutz stehen.

Der Neubau der Förderschule mit mehr als doppelter Kapazität (im Vergleich zur bestehenden) wird mit steigenden Zahlen von Kindern mit Förderbedarf und der Wahlmöglichkeit der Eltern zwischen Inklusion in einer Regelschule und Förderschule begründet.

Mein Eindruck: Von der Inklusion verabschieden wir uns überall da, wo es kompliziert wird.

Dass die Wahl der Förderschule durch die Eltern vor allem den mangelhaften
Bedingungen bei der Inklusion in der Regelschule geschuldet ist, wird wohl gesehen aber hingenommen.

Wieder wird festgestellt, dass es Kinder gibt, die nicht zu inkludieren sind. Außerdem fallen, wenn eine Schule Inklusion macht, Schulplätze weg, weil die Klassen dann ja kleiner werden müssen.

Das kann sich die Landeshauptstadt Potsdam gar nicht leisten, weil dann unter dem Strich Schulplätze fehlen.

Inklusion braucht Rahmenbedingungen, die weiterhin nicht sichergestellt werden.

Nicht das Individuum muss sich an ein bestimmtes System anpassen, sondern das System muss umgekehrt die Bedürfnisse aller Lernenden berücksichtigen und sich gegebenenfalls anpassen.

Hier entsteht der klare Auftrag an den Beirat, sich entschieden gegen den Bau einer neuer Förderschule auszusprechen.

Der Aufstockung der Förderplätze ebenso entschieden zu widersprechen und zu fordern, dass diese Mittel an die Regelschulen gegeben werden, um die Inklusion dort voran zu bringen.

Planetarium wie weiter?  (TOP 3.8)

Prüfauftrag was gebraucht wird und wofür, um die Arbeit gut weiterführen zu
können.

-> Der Antrag wurde angenommen

Fortschritt Baumaßnahmen an Schulen und Sportstätten (TOP 4)

Djamal Okoko bittet noch einmal, den Beirat frühzeitig einbeziehen.

Herr Richter vom KIS erklärt, dass Herr Richter (Behindertenbeauftragter) immer dabei ist und den Beirat einbezieht so wie er es für richtig hält.
Hier wird die Anregung angenommen und über erweiterte Möglichkeiten der Einbeziehung des Beirats nachgedacht.

Inklusives Netzwerk in und durch Sport (TOP 4.1)

Bisher wurden die Fördermittel für Inklusion nicht ausgeschöpft, weshalb das
Netzwerk gegründet wurde. In Verbindung mit TO 4.4 wird eine Stelle beim SSB geschaffen, die auch die koordinierenden Arbeiten des Netzwerks übernehmen soll.
Kritik, dass es eine große Menge Aufgaben gibt, die dieser Stelle auch zugeschrieben werden, so dass sich die Frage stellt, wieviel Zeit für das inklusive Netzwerk wirklich bleibt.

4.2 Vorstellung der Ergebnisse und Ausblick zum Projekt “JamMBoxX”

Die Gründung der Musikschule am Stern war kein Selbstläufer, neue Formate waren gefragt, um die Kids zu erreichen. Wichtig ist, dass alle Kids kommen können, keine Kenntnisse oder Fertigkeiten ein Instrument spielen zu können, sind Bedingung.
Mitarbeiter der JamMBoxX brauchen ein vielschichtige Ausbildung (Pädagogen, Auftrittserfahrung, Produzenten) spez. Wissen über musikalische Sozialarbeit im Kiez, derzeit sehr gute Zusammenarbeit mit den Schulen (ganze Klassen der Grund- und Gesamtschule nehmen teil), auch streetkids werden erreicht. Im Nachmittagsbereich kommen die Kids freiwillig. Sie suchen Einzelunterricht, gründen Bands und proben vor Ort.

Wenn die Kids weitermachen wollen, scheitert es in der Regel nicht an den
Finanzen es gibt gute Ermäßigungen, oft begleitet das Elternhaus nicht gut, so dass die Kids wieder weg bleiben. Bands dürfen kommen müssen sich unterstützen lassen, Ziel ist die musikalische Umsetzung eigener Themen, alle produzieren ihre eigene Musik, ein Team/eine Band muss gebildet werden, Zugang zum Projekt über die eigenen Themen, Kids erfahren Wertschätzung und halten hinterher ihre CD in Händen. Der Bedarf ist groß, die Musikschule möchte mit einem weiteren Angebot in den Schlaatz ziehen. Recht teure Ausstattung, ca. 10.000€/Box.

4.3 Information Sanierung Hauptstadion am Luftschiffhafen

Bedarf wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern der Akteure benannt, Konsens
Entwurf liegt vor, wettkampftauglich für Fußball, Football und Leichtathletik, Zeit und Kostenplan liegt vor, 2020 Eröffnung geplant, danach Machbarkeitsstudie zum Stadiongebäude und Vorplatz mit dem Ziel einer Neugestaltung 30 bis 40 Prozent Eigenleistung, Rest LHP

Sonstiges 5.2. Strandbad Babelsberg

Zuwendung über Schwarzer Weg, „Störung im Weltkulturerbe muss beseitigt
werden“. Das Strandbad wird kleiner, Frage nach dem Ausgleich wurde nicht
beantwortet.

5.3. Stellenausschreibung Sucht und Prävention

Die Leistungsbeschreibung wird im April fertig, bis Mai sind alle Unterlagen fertig, nach Eingang der Bewerbungen wird gesichtet und entschieden, Vertragsbeginn 01.04. 2020, Vertreter des Bildungsausschusses ist Herr Wollenberg


@ute-warbein