Wahlaufruf: Wer kann „einfach überall!“ am besten umsetzen?

Am Sonntag ist es so weit: Mit der Wahl der neuen Oberbürgermeisterin oder des neuen
Oberbürgermeisters werden wichtige Weichen gestellt – und zwar für die nächsten acht Jahre.
Wer wird die Interessen von Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich mitdenken? Wer wird am meisten für Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion bewirken können?

Der Beirat für Menschen mit Behinderung hat sich zur Aufgabe gemacht, genau das
herauszufinden – und damit allen Betroffenen und Interessierten, wertvolle Informationen für ihre
Wahlentscheidung mitzugeben. Zum einen hat der Beirat Wahlprüfsteine zu unterschiedlichen
Themenbereichen erarbeitet. Zum anderen standen die Kandidatinnen und Kandidaten den
Beiratsmitgliedern und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern beim Sommerfest des Beirats
Rede und Antwort.

Was ist nun die Essenz aus jeweils 20 Antworten von sechs Kandidatinnen und Kandidaten und
eineinhalb Stunden Videomaterial?

Sowohl Mike Schubert (SPD) als auch Martina Trauth (für Die Linke) bringen durch ihre bisherigen
Positionen wertvolle Erfahrungen mit. Ihre Antworten zeigen, dass ihnen die Probleme und
Interessen von Menschen mit Behinderungen nicht fremd sind. Wie präsent dieses Wissen jedoch
im politischen Alltag sein würde, muss sich zeigen. Irritierend war für viele etwa, dass Herr
Schubert einerseits einen regen Austausch mit dem Beirat pflegen möchte, ein „regelmäßiges“
Treffen jedoch nur einmal im Jahr für realistisch halte.

Janny Armbruster (Die Grünen) ist bereits häufig durch ihr offenes Ohr für die Belange von
Menschen mit Behinderungen aufgefallen. Auch bei der Diskussion war es ihr wichtig, nichts zu
versprechen, was sie als Oberbürgermeisterin nicht auch ernsthaft umsetzen wolle und könne.
Zudem haben die Grünen, als einzige Partei, ein inklusives Programm.

Goetz Friederich (CDU) ist vor allem durch seine ehrlich gemeinten Bemühungen positiv
aufgefallen. So hat er etwa als einziger Kandidat versucht, seine Antworten auf die Wahlprüfsteine
auch in Leichter Sprache zu geben.  Dem gegenüber steht jedoch mit der CDU eine Partei, die für ihre Behindertenpolitik in der Vergangenheit viel Kritik eingesteckt hat. Wie er diese Diskrepanz als Oberbürgermeister im politischen Alltag auflösen könnte, bliebe abzuwarten.

Lutz Boede (die Andere) zeigt zwar ein ehrliches Interesse daran, sich für Menschen mit
Behinderungen aktiv einzusetzen, kann jedoch auf wenig praktische Erfahrung bauen. Als Einziger
Kandidat äußerte er sich kritisch über die Haltung der AfD gegenüber Menschen mit
Behinderungen.

Als einziger Kandidat hat Dennis Hohloch (AfD) keine Antworten auf die Wahlprüfsteine des
Beirats gegeben. Bei der Diskussion blieben seine Aussagen allgemein und unverfänglich.

Zusammengefasst: Zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten gibt es deutliche Unterschiede –
es lohnt sich also, genau hinzuschauen! Wer letztendlich am besten geeignet ist, muss
selbstverständlich jede Potsdamerin und jeder Potsdamer für sich selbst entscheiden. Auf unserer
Website finden Sie alle Antworten noch mal zum Nachlesen und hier das Video der Diskussion.

Verstehen Sie also die Wahl am kommenden Sonntag als Chance: Sorgen Sie mit Ihrer Stimme
dafür, dass die Interessen von Menschen mit Behinderungen in Potsdam in Zukunft noch mehr
Gehör finden! Es liegt bei Ihnen.

Beirat für Menschen mit Behinderung
der Landeshauptstadt Potsdam
– Der Vorstand –